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Silberpreis 2025: Neuer Rekord in Euro, erstmals über dem Hoch von 2011

Veröffentlicht: 25.7.2025 · Edelmetalle

Am 14. Juli 2025 hat Silber in Euro einen Preis erreicht, den es seit der Einführung der Gemeinschaftswährung nicht gab.

Die London Bullion Market Association notierte die Feinunze an diesem Tag mit 33,34 Euro.

Das bisherige Euro-Hoch stammte vom 28. April 2011. Damals waren es 32,88 Euro.

Vierzehn Jahre lang hat Silber diese Marke in Euro nicht mehr erreicht. Jetzt liegt es darüber. Am 23. Juli 2025 stand der Preis bei 33,54 Euro, in Dollar bei 39,32.

Alle Zahlen stammen aus den offiziellen Tagesnotierungen der LBMA. Die LBMA führt die Euro-Notierung seit dem 4. Januar 1999. Es gibt also keinen höheren Euro-Wert in der Geschichte dieses Preises.

Wer über Silber als Anlage nachdenkt, stößt schnell auf die Steuerfrage. Die haben wir unter Silber im Ausland kaufen: Wo ist Silber steuerfrei? ausführlich behandelt. Der Rekord selbst sagt noch etwas anderes.

Die Zahlen im Überblick

Ein paar Stationen aus der LBMA-Reihe, jeweils pro Feinunze:

    1. Januar 1999, erster Euro-Wert: 4,23 Euro
    1. April 2011, das alte Hoch: 32,88 Euro
    1. März 2020, Tiefpunkt im Corona-Crash: 11,17 Euro
    1. Januar 2025: 28,46 Euro
    1. Juli 2025, erster Tag über dem alten Hoch: 33,34 Euro
    1. Juli 2025: 33,54 Euro

Seit Jahresbeginn sind das knapp 18 Prozent Plus in Euro.

Seit dem Corona-Tief hat sich der Euro-Preis ziemlich genau verdreifacht.

Warum der Rekord in Euro mehr sagt als der in Dollar

In Dollar ist Silber noch kein Rekord. Die LBMA-Reihe zeigt für den 18. Januar 1980 einen Wert von 49,45 Dollar, für den 28. April 2011 einen Wert von 48,70 Dollar. Davon ist der Preis mit rund 39 Dollar ein gutes Stück entfernt.

Warum dann der Rekord in Euro?

Die Antwort steckt in denselben Notierungen. Die LBMA veröffentlicht jeden Preis parallel in Dollar und in Euro. Teilt man beide durch einander, sieht man den Wechselkurs des Tages. Am 2. Januar 2025 entsprach ein Euro rund 1,03 Dollar. Am 23. Juli 2025 waren es rund 1,17 Dollar.

Der Euro ist in diesem Jahr also gegenüber dem Dollar deutlich stärker geworden.

Und trotzdem kostet Silber in Euro so viel wie nie.

Das ist der eigentliche Befund. Ein stärkerer Euro hätte den Silberpreis in Euro drücken müssen. Er hat es nicht geschafft. Der Anstieg in Dollar war größer als der Kursgewinn des Euro.

Für dich als Anleger in Deutschland oder Österreich zählt der Euro-Preis. Er ist der Preis, zu dem du kaufst und verkaufst.

Was 26 Jahre Euro in Silber gemessen bedeuten

Man kann die Rechnung auch umdrehen.

Im Januar 1999 bekam man für 33,54 Euro fast acht Unzen Silber. Heute bekommt man dafür eine.

Gemessen in Silber hat der Euro seit seiner Einführung damit rund 87 Prozent seiner Kaufkraft verloren.

Beim Gold ist das Bild noch deutlicher. Am 4. Januar 1999 kostete die Unze laut LBMA 243,04 Euro. Am 23. Juli 2025 waren es 2.911,08 Euro. Gemessen in Gold hat der Euro gut 91 Prozent verloren.

Das ist keine Aussage über Silber.

Es ist eine Aussage über Papiergeld.

Wer sein Vermögen ausschließlich in einer Währung hält, deren Menge Zentralbanken und Regierungen bestimmen, trägt dieses Risiko jeden Tag. Sachwerte tragen ein anderes Risiko. Sie schwanken. Aber sie lassen sich nicht per Beschluss vermehren. Mehr dazu, welche Sachwerte sich für den Vermögensschutz eignen, steht in Investition in Sachwerte.

Gold und Silber im Verhältnis

Ein Wert, den Edelmetallanleger beobachten, ist das Verhältnis von Gold zu Silber. Also die Zahl der Silberunzen, die man für eine Goldunze bekommt.

Am 23. Juli 2025 lag es nach den LBMA-Dollarpreisen bei rund 87.

Am 28. April 2011, dem Tag des alten Silberhochs, lag es bei rund 32.

Silber ist also, gemessen am Gold, heute weit günstiger als beim letzten Hoch. Das ist keine Kaufempfehlung. Das Verhältnis kann lange hoch bleiben. Es zeigt aber, dass der Rekord in Euro kein Rekord gegenüber Gold ist. Gold ist in derselben Zeit noch stärker gestiegen.

Silber hat einen Haken, den Gold nicht hat

Wer jetzt Silber kaufen will, sollte eine Sache vorher wissen.

In Deutschland ist Anlagegold von der Umsatzsteuer befreit. Silberbarren sind es nicht. Auf sie fällt der Regelsatz von 19 Prozent an.

In Österreich liegt der Normalsatz bei 20 Prozent.

In der Schweiz liegt er nach dem Mehrwertsteuergesetz bei 8,1 Prozent. Anlagegold ist auch dort befreit.

Was das praktisch heißt: Wer in Deutschland 50.000 Euro in Silberbarren anlegen will, zahlt beim Händler die Steuer oben drauf. Beim Verkauf bekommt er sie nicht zurück. Silber muss erst um die Steuer steigen, bevor der Anleger überhaupt bei null ist.

Der Rekordpreis ändert daran nichts. Er macht die Steuer in Euro nur größer.

Eine einfache Rechnung zum Preis vom 23. Juli 2025. Für 50.000 Euro bekommt man zum Weltmarktpreis von 33,54 Euro rund 1.490 Unzen. Kauft man in Deutschland beim Händler, kosten dieselben 1.490 Unzen mit Steuer rund 59.500 Euro, noch ohne Aufschlag des Händlers. Damit sich der Kauf lohnt, muss der Silberpreis auf knapp 40 Euro je Unze steigen. Erst dann ist die Steuer wieder verdient.

Silber braucht Platz

Noch ein Unterschied zum Gold.

Die 1.490 Unzen aus dem Beispiel wiegen gut 46 Kilogramm. Derselbe Betrag in Gold wären am 23. Juli 2025 rund 17 Unzen gewesen, also gut ein halbes Kilogramm.

Silber ist schwer, sperrig und bei größeren Beträgen nicht mehr sinnvoll im eigenen Haus unterzubringen. Wer ernsthaft Silber hält, braucht ein Lager. Die Frage ist also nicht, ob du einlagerst, sondern wo.

Der legale Weg ohne Steuer auf den Kauf

Es gibt einen Weg, der in der Schweiz im Gesetz selbst angelegt ist.

Das Schweizer Mehrwertsteuergesetz befreit die Lieferung von Gegenständen, die wegen der Einlagerung in einem Zollfreilager nachweislich unter Zollüberwachung stehen und diesen Status nicht verloren haben.

Einfach gesagt: Silber, das direkt in ein Schweizer Zollfreilager geliefert wird und dort bleibt, gilt als nicht eingeführt. Solange es dort liegt, fällt keine Mehrwertsteuer an. Weder die schweizerische noch eine deutsche oder österreichische.

Die Steuer ist damit nicht weg. Sie ist aufgeschoben. Wer das Silber später nach Deutschland holt, zahlt bei der Einfuhr die Einfuhrumsatzsteuer. Wer es im Lager verkauft, zahlt sie nie.

Wie das im Einzelnen läuft, welche Lager in Frage kommen und worauf du bei der Verwahrform achten musst, steht in Gold im Ausland lagern. Die Grundsätze gelten für Silber genauso.

In der Schweiz kaufen und mitnehmen?

Der Gedanke liegt nahe. In der Schweiz kostet Silber 8,1 Prozent Steuer statt 19. Also dort kaufen und über die Grenze bringen.

Das funktioniert nicht.

Das deutsche Umsatzsteuerrecht besteuert ausdrücklich auch die Einfuhr von Gegenständen. Wer Silber aus der Schweiz nach Deutschland bringt, schuldet darauf Einfuhrumsatzsteuer in Höhe des deutschen Satzes. Der Vorteil des Kauflandes ist an der Grenze weg. Für Österreich gilt dasselbe Prinzip mit dem österreichischen Satz.

Wer die Einfuhr nicht anmeldet, spart keine Steuer. Er hinterzieht sie.

Das ist der Grund, warum der Weg über das Zollfreilager so viel wert ist. Er funktioniert nicht trotz der Grenze, sondern weil das Metall sie nie überquert.

Was der Rekord für Leser in der Schweiz bedeutet

Für Leser in der Schweiz ist der Euro-Rekord nur die halbe Geschichte. Schweizer Leser rechnen in Franken, und die LBMA notiert keinen Frankenpreis. Ihre Notierungen gibt es in Dollar, Pfund und Euro.

Zwei Dinge gelten trotzdem auch für sie.

Erstens: Die Steuer auf physisches Silber ist in der Schweiz mit 8,1 Prozent niedriger als in der EU, aber nicht null. Auch Schweizer Anleger zahlen sie beim Kauf und bekommen sie beim Verkauf nicht zurück.

Zweitens: Der Weg über das Zollfreilager steht Schweizer Anlegern genauso offen. Er vermeidet auch die schweizerische Steuer, solange das Metall im Lager bleibt.

Der Unterschied zwischen Preis und Besitz

Ein Rekordpreis wirkt nur auf dem Papier, solange man nicht verkauft.

Was zählt, ist etwas anderes: Wem das Metall gehört und wo es liegt. Ein Silber-Zertifikat oder ein börsengehandeltes Papier steigt mit dem Preis. Es bleibt aber eine Forderung gegen einen Emittenten oder eine Bank. Fällt die aus, hilft der Rekordpreis wenig.

Physisches Metall in eigenem Namen, getrennt verwahrt, ist keine Forderung. Es ist Eigentum.

Für den Vermögensschutz ist das der ganze Unterschied. Die Frage lautet nicht, ob Silber morgen 35 oder 30 Euro kostet. Sie lautet, ob dein Metall im Ernstfall dir gehört und erreichbar ist.

Warum das mehr ist als eine Steuerfrage

Ein Lager in der Schweiz spart die Steuer auf den Kauf.

Es tut noch etwas anderes. Das Metall liegt außerhalb der EU. Außerhalb des Zugriffs, den ein Mitgliedstaat im Krisenfall auf Werte im eigenen Land hat.

Metall im eigenen Keller oder im Schließfach der Hausbank unterliegt vollständig dem Recht deines Heimatstaats. Jede Meldepflicht, jede Sonderabgabe, jede Beschränkung, die dort beschlossen wird, trifft es sofort und ohne Umweg.

Metall in einem Schweizer Lager unterliegt Schweizer Recht. Das ist kein Versteck. Es ist eine zweite Rechtsordnung, die zwischen deinem Vermögen und einer Entscheidung steht, die du nicht beeinflussen kannst.

Niemand kann sagen, welche Entscheidung das einmal sein wird. Aber jeder kann entscheiden, wo sein Metall liegt, bevor sie fällt. Die Argumente für einen Standort außerhalb der EU haben wir unter Warum außerhalb der EU? gesammelt.

Was der Rekord offenlässt

Ein Rekordpreis ist ein Datum, kein Versprechen.

Silber ist deutlich schwankungsanfälliger als Gold. Das zeigt die eigene Reihe. Nach dem Hoch vom April 2011 fiel der Euro-Preis bis November 2014 auf 12,21 Euro. Das war ein Minus von über 60 Prozent. Und im März 2020 lag er noch einmal darunter.

Wer Silber als Vermögensschutz hält, hält es deshalb nicht für die nächsten Monate.

Er hält es als Anteil eines Vermögens, der nicht vom Bankensystem, nicht von einer Währung und nicht von einem Versprechen abhängt. Genau dafür ist der Euro-Rekord ein Signal. Nicht für den Einstieg zum richtigen Zeitpunkt, sondern für die Frage, wie viel deines Vermögens heute in Werten liegt, die niemand drucken kann.

Was das für dein Vermögen heißt

Vier Punkte bleiben aus dem Juli 2025.

Erstens: Silber hat in Euro ein Hoch erreicht, das es seit Einführung der Währung nicht gab. Und das in einem Jahr, in dem der Euro gegenüber dem Dollar zugelegt hat.

Zweitens: Wer in Deutschland oder Österreich physisch kauft, zahlt 19 oder 20 Prozent Steuer auf den Kaufpreis. Der Weg über ein Zollfreilager in der Schweiz vermeidet das, solange das Metall dort bleibt.

Drittens: Der Lagerort ist Teil des Schutzes. Metall im Ausland ist nicht nur steuerlich günstiger, es liegt auch außerhalb des unmittelbaren Zugriffs deines Heimatstaats.

Viertens: Silber ist kein Ersatz für Gold, sondern eine Ergänzung. Es ist volatiler, steuerlich ungünstiger und braucht mehr Platz. Dafür ist es kleinteiliger und in schlechten Zeiten auch in kleinen Beträgen tauschbar. Wer beides hält, sollte beide Rollen kennen, bevor er gewichtet.

Ob und wie viel Silber zu deiner Lage passt, lässt sich nicht aus einem Rekordpreis ablesen. Es hängt davon ab, was du bereits hältst, wo es liegt und was du damit vorhast.