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Gold über 2.900 Dollar: Neuer Rekord im Februar 2025

Veröffentlicht: 21.2.2025 · Edelmetalle

Gold hat eine neue Marke genommen. Am 10. Februar 2025 lag der LBMA Gold Price am Nachmittag bei 2.904,45 Dollar je Feinunze. Zum ersten Mal über 2.900. Neun Tage später folgte der nächste Rekord: 2.936,85 Dollar am 19. Februar. Am Donnerstag, dem 20. Februar, stand das Fixing bei 2.932,05 Dollar.

In Euro sieht es ähnlich aus. Am 10. Februar kostete die Unze 2.816,15 Euro. Auch das war ein Rekord. Seitdem pendelt der Preis knapp darunter, am 20. Februar bei 2.807,44 Euro.

Zahlen allein erzählen wenig. Entscheidend ist, was sie über das Umfeld sagen. Und was sie für dich bedeuten, wenn du Gold hältst oder kaufen willst. Warum sich der Kauf außerhalb des Heimatstaats lohnen kann, steht in unserem Leitfaden Gold im Ausland kaufen.

Die Zahlen im Überblick

Der Anstieg kam nicht über Nacht. Er ist das Ergebnis von Monaten. Die LBMA veröffentlicht jeden Handelstag zwei Fixings, eines am Vormittag und eines am Nachmittag. Die folgenden Werte stammen aus dem Nachmittagsfixing.

  • 2. Januar 2025: 2.646,30 Dollar
  • 31. Januar 2025: 2.812,05 Dollar, erstmals über 2.800
  • 10. Februar 2025: 2.904,45 Dollar, erstmals über 2.900
  • 19. Februar 2025: 2.936,85 Dollar, Rekord

Seit Jahresbeginn sind das rund 11 Prozent. In sieben Wochen. Vor einem Jahr, am 20. Februar 2024, lag das Fixing bei 2.029,10 Dollar. Der Abstand beträgt gut 44 Prozent.

In Euro ist der Sprung noch größer. Am 20. Februar 2024 kostete die Unze 1.873,67 Euro. Ein Jahr später sind es 2.807,44 Euro. Ein Plus von knapp 50 Prozent. Der Grund ist einfach: Der Euro hat gegenüber dem Dollar nachgegeben. Wer in Euro rechnet, hat doppelt gewonnen.

Warum der Euro-Preis schneller steigt

Die LBMA stellt jeden Preis in drei Währungen fest: Dollar, Pfund und Euro. Aus den beiden Reihen lässt sich ablesen, was mit dem Euro passiert ist.

Am 20. Februar 2024 ergab sich aus den beiden Fixings ein Kurs von rund 1,08 Dollar je Euro. Am 20. Februar 2025 waren es nur noch rund 1,04 Dollar. Der Euro hat in einem Jahr also knapp vier Prozent gegenüber dem Dollar verloren.

Das klingt nach wenig. Es summiert sich aber. Wer sein Vermögen in Euro hält, sieht den Goldpreis stärker steigen als ein Anleger in Dollar. Umgekehrt heißt das: Dein Euro kauft heute deutlich weniger Gold als vor einem Jahr. Vor zwölf Monaten bekamst du für 10.000 Euro gut fünf Unzen. Heute sind es keine vier mehr.

Gold hat dabei nichts getan. Es ist dasselbe Metall wie vor einem Jahr. Verändert hat sich der Maßstab, in dem du rechnest. So wird Gold zur Messlatte für die eigene Währung. Nicht zur Spekulation.

Silber zieht nicht im gleichen Tempo mit. Der LBMA Silver Price lag am 20. Februar bei 33,06 Dollar. Für eine Unze Gold bekommst du damit fast 89 Unzen Silber.

Wie weit der Weg war

Ein Blick in die lange Reihe der LBMA zeigt, wie selten solche Marken fallen.

Am 21. Januar 1980 stand das Fixing bei 850 Dollar. Danach dauerte es Jahrzehnte bis zum nächsten Hoch. Im September 2011 waren es 1.895 Dollar. Im August 2020 dann 2.067,15 Dollar.

Und jetzt, keine fünf Jahre später, 2.936,85 Dollar.

Rekorde sind keine Prognose. Sie sagen nichts darüber, wo der Preis nächste Woche steht. Aber sie zeigen etwas anderes. Das Vertrauen in Papierwerte hat einen Preis bekommen. Und dieser Preis steigt.

Was Gold anders macht

Gold ist kein Versprechen. Es ist kein Guthaben bei einer Bank. Keine Forderung gegen einen Staat. Kein Anteil an einem Fonds, der morgen neue Regeln bekommt.

Gold ist einfach da.

Ein Bankguthaben existiert nur, solange die Bank zahlt. Eine Staatsanleihe nur, solange der Staat zahlt. Eine Aktie nur, solange das Unternehmen besteht. Gold hat keinen Schuldner. Es kann nicht ausfallen. Es kann nicht per Beschluss verdünnt werden.

Genau deshalb regeln Staaten so genau, wer Gold kauft. Und wie.

Was Sachwerte grundsätzlich von Geldwerten unterscheidet, haben wir in Investition in Sachwerte zusammengestellt. Der Kern bleibt derselbe: Sachwerte hängen nicht an der Zahlungsfähigkeit eines anderen.

Wer kauft, wird erfasst

Wer in Deutschland Gold kauft, kauft nicht mehr unbeobachtet. Das Geldwäschegesetz zählt Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin ausdrücklich zu den hochwertigen Gütern.

Für Händler mit solchen Gütern gilt eine klare Schwelle. Zahlst du bar, muss der Händler dich ab 2.000 Euro identifizieren. So steht es in § 10 Absatz 6a des Geldwäschegesetzes. Für andere Güter liegt die Schwelle bei 10.000 Euro. Für Edelmetalle ist sie fünfmal niedriger.

Was heißt das beim aktuellen Preis? Eine Unze Gold kostet rund 2.800 Euro. Schon eine einzige Unze liegt damit über der Grenze. Ein Gramm Gold kostet gut 90 Euro. Für knapp 2.000 Euro bekommst du also rund 22 Gramm. Wer bar zahlen und anonym bleiben will, kommt kaum noch über einen 20-Gramm-Barren hinaus.

Die Grenze ist nicht gewachsen. Der Goldpreis schon. Jeder Anstieg macht den anonymen Rahmen kleiner, ohne dass jemand ein Gesetz ändern muss.

Österreich und die Schweiz ziehen die Linie an anderer Stelle. Die Unterschiede zwischen den drei Ländern stehen im Leitfaden Gold anonym kaufen.

Was Brüssel schon beschlossen hat

Die nächste Stufe ist bereits Gesetz. Im Juni 2024 hat die EU die Verordnung (EU) 2024/1624 veröffentlicht. Sie gilt ab dem 10. Juli 2027 unmittelbar in allen Mitgliedstaaten.

Zwei Punkte darin betreffen dich direkt.

Erstens die Bargeldobergrenze. Nach Artikel 80 dürfen Händler Barzahlungen nur noch bis 10.000 Euro annehmen. Das gilt auch, wenn ein Kauf in mehrere Vorgänge aufgeteilt wird, die zusammengehören.

Zweitens die Tür nach unten. Mitgliedstaaten dürfen niedrigere Obergrenzen festlegen. Die Verordnung sagt das ausdrücklich. Die 10.000 Euro sind also eine Obergrenze für die Obergrenze. Kein Recht auf Bargeld.

Auch die Zahl selbst steht nicht still. Nach Artikel 88 der Verordnung legt die Kommission bis zum 10. Juli 2030 einen Bericht vor. Darin beurteilt sie unter anderem, ob die Obergrenze für große Barzahlungen angepasst werden soll. Die Überprüfung ist bereits eingebaut. Die Richtung entscheidet später jemand anderes als du.

Und Edelmetallhändler bleiben ausdrücklich in der Pflicht. In den Erwägungsgründen steht, warum. Wer mit Edelmetallen handelt, handelt mit hochwertigen Gütern von geringer Größe, die sich leicht transportieren lassen. Genau diese Eigenschaften machen Gold für dich wertvoll. Und genau diese Eigenschaften machen es für den Gesetzgeber verdächtig.

Die Steuerregeln in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Beim Steuerrecht ist Gold privilegiert.

Deutschland. Anlagegold ist von der Umsatzsteuer befreit. Das regelt § 25c des Umsatzsteuergesetzes. Als Anlagegold gelten Barren mit mindestens 995 Tausendstel Feingehalt und Goldmünzen mit mindestens 900 Tausendstel, geprägt nach 1800, die gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren. Beim Verkauf gilt eine Haltefrist von einem Jahr. Danach ist der Gewinn steuerfrei. So steht es in § 23 des Einkommensteuergesetzes.

Österreich. Auch hier ist ein Verkauf nach mehr als einem Jahr kein Spekulationsgeschäft mehr. Innerhalb der Frist bleiben Gewinne bis 440 Euro im Jahr steuerfrei. Grundlage ist § 31 des Einkommensteuergesetzes 1988.

Schweiz. Private Kapitalgewinne sind steuerfrei. Das steht in Artikel 16 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer.

Bei einem Rekordpreis wird die Haltefrist wichtiger. Wer im Februar 2024 gekauft hat und im Februar 2025 verkauft, hat in Euro fast die Hälfte gewonnen. Ein Tag zu früh, und der Gewinn wird in Deutschland mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert. Der Kaufbeleg ist bei Gold bares Geld wert.

Was die Geschichte über Goldbesitz lehrt

Gold war schon einmal Ziel eines Staates in Not. Am 5. April 1933 unterschrieb der amerikanische Präsident eine Verordnung, die das Horten von Goldmünzen, Goldbarren und Goldzertifikaten verbot. Den Wortlaut hat die Federal Reserve Bank of St. Louis noch am selben Tag an die Banken ihres Bezirks verschickt: Executive Order 6102.

Die Bürger mussten ihr Gold bis zum 1. Mai 1933 abliefern. An die Federal-Reserve-Banken oder an ihre Mitgliedsbanken.

Die Rechtsgrundlage war kein neues Goldgesetz. Es war eine Notstandsbefugnis aus einem Gesetz von 1917, erweitert im März 1933. Der Präsident erklärte, der nationale Notstand bestehe fort. Das reichte.

Das ist der Punkt, der zählt. Ein Zugriff auf Gold braucht keine lange Debatte. Er braucht eine Befugnis und einen erklärten Notstand. Beides lässt sich schnell herstellen.

Und dort, wo das Gold liegt, entscheidet sich, welche Befugnis greift. Gold im Bankschließfach im Heimatstaat liegt im Zugriff der Heimatrechtsordnung. Gold in einem Lager außerhalb der EU liegt in einer anderen. Warum dieser Unterschied der Kern jeder Edelmetall-Strategie ist, erklärt der Leitfaden Gold im Ausland lagern.

Was der Rekord für dich bedeutet

Drei Dinge folgen aus den Zahlen und den Regeln.

Erstens: Dein Bestand ist mehr wert, also auch sichtbarer. Wer vor zwei Jahren zehn Unzen gekauft hat, hält heute einen Wert von rund 28.000 Euro. Das fällt auf. Bei einer Erbschaft, bei einer Scheidung, bei jeder künftigen Erfassung von Vermögen.

Zweitens: Die Schwellen schrumpfen mit jedem Preisanstieg. 2.000 Euro für den anonymen Barkauf in Deutschland. 10.000 Euro als EU-weite Obergrenze ab Juli 2027. Beide Zahlen stehen fest im Gesetz. Der Goldpreis nicht. Bei 2.800 Euro je Unze erreichen schon rund dreieinhalb Unzen die künftige EU-Grenze.

Drittens: Der Ort entscheidet über den Zugriff. Ein Preisrekord ändert nichts daran, wem das Gold gehört. Aber er erhöht den Anreiz, danach zu fragen. Wer Gold hält, sollte wissen, welche Rechtsordnung im Ernstfall zuständig ist. Und ob er diese Rechtsordnung selbst gewählt hat.

Gold ist ein Baustein, kein ganzer Schutz

Gold schützt einen Teil deines Vermögens vor Entwertung. Es schützt nicht deine Immobilie. Es schützt nicht dein Unternehmen. Und es schützt nicht vor einer Abgabe, die auf dein Gesamtvermögen zielt.

Oft ist die Immobilie der größte Posten. Für Eigentümer, die in Deutschland bleiben, gibt es dafür einen eigenen Weg: gezielte Eintragungen im Grundbuch zugunsten einer Gesellschaft außerhalb der EU. Wir setzen dafür zwei Strukturen ein, gleichrangig nebeneinander: die Wyoming LLC in den USA und die Stiftungs-Limited in London. Ein Eigentümerwechsel findet dabei nicht statt. Du bleibst Eigentümer, die steuerliche Situation bleibt unverändert, und alle Maßnahmen sind reversibel. Wie das im Einzelnen funktioniert, steht auf der Seite Immobilienschutz vor dem Lastenausgleich.

Gold und Grundbuch lösen verschiedene Probleme. Zusammen decken sie mehr ab als jedes für sich.

Was du jetzt prüfen solltest

Der Rekord ist ein guter Anlass für eine kurze Bestandsaufnahme. Keine Hektik. Nur Klarheit.

  • Belege. Hast du für jeden Kauf einen Nachweis mit Datum? Ohne Beleg kannst du die Haltefrist nicht nachweisen.
  • Lagerort. Wo liegt dein Gold heute? Zu Hause, im Schließfach deiner Bank, in einem Lager im Ausland? Und wer hat dort Zugriff?
  • Zugang für Erben. Wissen die Menschen, die im Ernstfall an das Gold müssen, wo es liegt und wie sie herankommen?
  • Unterlagen im Ausland. Liegt ein Teil deines Bestands außerhalb der EU, halte Lagervertrag und Kaufbelege griffbereit. Spätestens beim Verkauf oder im Erbfall fragt jemand danach, woher das Metall stammt.
  • Gewichtung. Wie groß ist der Anteil von Gold an deinem Gesamtvermögen nach dem Anstieg? Ist das noch die Aufteilung, die du gewollt hast?
  • Nächste Käufe. Willst du weiter zukaufen? Dann plane mit den Schwellen, nicht gegen sie.

Wer Gold kauft, kauft Unabhängigkeit von fremden Versprechen. Diese Unabhängigkeit ist nur so viel wert wie die Entscheidung, wo und wie du das Metall hältst.