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Gold beendet 2023 mit einem Rekord von 2.078 Dollar je Unze

Veröffentlicht: 29.12.2023 · Edelmetalle

Am 28. Dezember 2023 hat der Londoner Goldpreis am Nachmittag bei 2.078,40 US-Dollar je Feinunze festgestellt. So hoch stand er noch nie. Das zeigen die Preisdaten der London Bullion Market Association, die den Referenzpreis für den Goldhandel weltweit festlegt.

Schon am Vortag war der alte Rekord gefallen. Am 27. Dezember stand die Feststellung bei 2.069,40 Dollar. Der bisherige Höchststand stammte vom 6. August 2020, mit 2.067,15 Dollar. Mehr als drei Jahre lang hat niemand diesen Wert übertroffen. In der letzten Handelswoche des Jahres ist es zweimal hintereinander passiert.

Was Gold im Vermögen leisten kann und wo seine Risiken liegen, beschreiben wir im Bereich Edelmetalle. Hier geht es um die Frage, was der Rekord für dich als Eigentümer bedeutet.

Wie der Referenzpreis entsteht

Der Preis, von dem hier die Rede ist, ist kein Kurs auf einem Bildschirm, der jede Sekunde springt. Die LBMA stellt den Goldpreis zweimal täglich in einer Auktion fest, um 10:30 Uhr und um 15:00 Uhr Londoner Zeit. Betrieben wird die Auktion von einem unabhängigen Verwalter. Der Preis wird in Dollar ermittelt. Preise in Pfund und Euro werden daneben veröffentlicht, nach Angaben der LBMA als indikative Preise für die Abrechnung.

Diese Feststellungen sind der Maßstab, an dem sich Händler, Zentralbanken und Verträge weltweit orientieren. Wenn wir von einem Rekord sprechen, meinen wir diese Zahl. Nicht einen kurzen Ausschlag im Handel zwischen zwei Feststellungen.

Die Zahlen des Jahres

Am 29. Dezember 2022 lag der Nachmittagspreis bei 1.813,75 Dollar. Ein Jahr später, am 28. Dezember 2023, bei 2.078,40 Dollar. Das ist ein Plus von rund 14,6 Prozent in Dollar.

Der Weg dahin war nicht gerade. Den tiefsten Nachmittagspreis des Jahres gab es am 24. Februar mit 1.810,95 Dollar. Im Herbst fiel der Preis noch einmal, am 4. Oktober auf 1.818,95 Dollar. Von dort bis zum Rekord Ende Dezember sind es mehr als 14 Prozent in weniger als drei Monaten.

Am 29. Dezember, dem letzten Handelstag des Jahres, stand die Vormittagsfeststellung bei 2.062,40 Dollar. Das Jahr endet also knapp unter dem Rekord, aber deutlich über jedem Jahresschluss zuvor. Der höchste Jahresschluss bisher lag Ende 2020 bei 1.887,60 Dollar.

In Euro sieht der Rekord anders aus

Die LBMA veröffentlicht neben dem Dollar-Preis auch Preise in Pfund und Euro. Für dich als Anleger in Deutschland oder Österreich ist der Euro-Preis die Zahl, die zählt.

Am 28. Dezember 2023 lag er bei 1.871,60 Euro je Unze. Vor einem Jahr waren es 1.704,38 Euro. Das ist ein Plus von rund 9,8 Prozent. Weniger als in Dollar, weil der Euro im Jahresverlauf gegenüber dem Dollar zugelegt hat.

Den höchsten Euro-Preis des Jahres gab es schon am 4. Dezember 2023, mit 1.890,45 Euro am Nachmittag. In Euro war der Rekord also schon Anfang Dezember erreicht. Der Dollar-Rekord kam erst Ende Dezember.

In Pfund liegt der Jahreshöchststand noch früher. Am 31. Oktober 2023 stand der Nachmittagspreis bei 1.645,05 Pfund. Am 28. Dezember waren es 1.627,18 Pfund, also weniger. Derselbe Tag, dasselbe Metall, drei Währungen: In Dollar ein Allzeithoch, in Euro knapp darunter, in Pfund deutlich darunter. Welcher Rekord für dich gilt, hängt davon ab, in welcher Währung du lebst.

Noch aufschlussreicher ist der lange Blick. Im September 2011 stand Gold bei 1.895 Dollar, damals ein Rekord. In Euro waren das am 5. September 2011 rund 1.345,59 Euro. Heute liegt der Dollar-Preis rund 10 Prozent über dem Wert von 2011. Der Euro-Preis liegt rund 39 Prozent darüber.

Rekorde sind keine gerade Linie

Der lange Blick zeigt noch etwas anderes, und es gehört zur Ehrlichkeit über Gold dazu. Nach dem Rekord vom September 2011 fiel der Preis. Am 17. Dezember 2015 stand er bei 1.049,40 Dollar. Das waren rund 45 Prozent unter dem Höchststand. Erst am 24. Juli 2020 stieg der Nachmittagspreis wieder über die 1.895 Dollar von 2011. Fast neun Jahre lagen dazwischen.

In Euro war der Rückgang flacher, aber auch deutlich. Der tiefste Euro-Preis nach 2011 lag am 30. Dezember 2013 bei 873,14 Euro.

Für den Vermögensschutz folgt daraus: Gold ist ein Instrument für lange Zeiträume. Wer es als Schutz hält, sollte es nicht verkaufen müssen, wenn der Preis gerade schwach ist. Schutz braucht Haltefähigkeit. Genau deshalb kommt es darauf an, wo und wie du hältst, nicht nur, wann du kaufst.

Was der Euro-Vergleich zeigt

Der Unterschied zwischen Dollar- und Euro-Rechnung ist keine Aussage über Gold. Es ist eine Aussage über die Währung, in der du rechnest. Wer seit 2011 Gold in Euro hält, hat in Euro gerechnet deutlich mehr gewonnen als ein Dollar-Anleger. Der Unterschied liegt in der Entwicklung des Wechselkurses zwischen Euro und Dollar.

Silber macht nicht mit

Ein Metall hat den Lauf nicht mitgemacht. Der Silberpreis lag am 29. Dezember 2022 bei 23,855 Dollar je Unze. Am 29. Dezember 2023 bei 23,79 Dollar. In Dollar also praktisch unverändert. In Euro ging es sogar von 22,43 auf 21,48 Euro zurück.

Am 28. Dezember kostete eine Unze Gold damit rund 86 Unzen Silber. Wer Edelmetalle als Schutz hält, sieht: Gold und Silber sind nicht dasselbe Instrument. Sie entwickeln sich unterschiedlich, und sie werden in Deutschland auch steuerlich unterschiedlich behandelt. Die Lieferung von Anlagegold ist nach dem Umsatzsteuergesetz von der Umsatzsteuer befreit, wenn Barren einen Feingehalt von mindestens 995 Tausendsteln haben oder Münzen die Voraussetzungen erfüllen. Für Silber gibt es keine solche Befreiung. Wer Silber in Deutschland beim Händler kauft, zahlt in der Regel Umsatzsteuer mit. Beim Verkauf als Privatperson bekommt er sie nicht zurück.

Rekord trotz hoher Zinsen

Gold bringt keine Zinsen. Es hat keine Dividende und keinen Kupon. Das macht den Rekord in diesem Umfeld bemerkenswert. Denn wer Gold hält, verzichtet auf den Zins, den er sonst bekommen hätte. In Jahren mit hohen Zinsen ist dieser Verzicht größer als in Jahren mit Nullzins.

Die US-Notenbank hat am 13. Dezember 2023 beschlossen, ihren Leitzins in der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent zu belassen. Die Europäische Zentralbank verzinst Einlagen der Banken seit dem 20. September 2023 mit 4,00 Prozent, dem höchsten Stand seit Einführung des Euro.

Wer 2023 Geld auf dem Konto oder in Anleihen gehalten hat, bekam wieder Zinsen. Trotzdem haben Anleger weltweit so viel für Gold bezahlt wie nie zuvor. Über die Motive der Käufer sagen die Preisdaten nichts. Sie zeigen nur das Ergebnis: Ein zinsloses Metall hat den Leitzins der US-Notenbank im Jahr 2023 um ein Mehrfaches übertroffen.

Was ein Rekordpreis für dich als Eigentümer ändert

Ein höherer Goldpreis macht dich auf dem Papier reicher. Er ändert aber auch etwas an deiner Lage, und das wird selten gesagt.

Dein Bestand wird ein größerer Posten

Wer vor zehn Jahren einen kleinen Teil seines Vermögens in Gold gelegt hat, hält heute unter Umständen einen deutlich größeren Anteil. Gold ist nicht mehr die Reserve am Rand. Es ist ein wesentlicher Vermögensposten. Und wesentliche Posten verdienen dieselbe Sorgfalt wie Immobilien oder Beteiligungen: Wo liegen sie, wem gehören sie, wer kann darauf zugreifen?

Der Kauf ist nicht mehr anonym

In Deutschland müssen Händler von Edelmetallen bei Barzahlungen ab 2.000 Euro die allgemeinen Sorgfaltspflichten des Geldwäschegesetzes erfüllen. Das Gesetz zählt Gold, Silber und Platin ausdrücklich zu den hochwertigen Gütern. Bei einem Preis von über 1.800 Euro je Unze ist diese Schwelle schon mit gut einer Unze erreicht.

Je höher der Preis, desto kleiner die Menge, die noch anonym gekauft werden kann. Die Schwelle ist in Euro festgelegt, nicht in Gramm. Jeder Preisanstieg senkt faktisch die anonyme Menge.

Der Ort entscheidet über den Schutz

Gold, das du zu Hause lagerst, ist ein Einbruchsrisiko. Gold im Bankschließfach liegt im Zugriff des Bankensystems. Gold im deutschen Zollfreilager liegt immer noch in der EU. Das ist die Abwägung, die wir im Bereich Edelmetalle beschreiben.

Unsere Einschätzung dort lautet: Die sicherste Lösung ist physisches Gold in einem privaten Zollfreilager außerhalb der EU, in einer Jurisdiktion ohne Goldverbot und ohne automatische Informationsweitergabe.

Welche Eingriffe Staaten in der Geschichte beim Gold vorgenommen haben, dokumentieren wir dort ebenfalls. Mit steigendem Preis wird diese Geschichte nicht weniger relevant, sondern mehr.

Die Steuer hängt an der Haltedauer

In Deutschland sind Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold im Privatvermögen nur dann ein steuerpflichtiges privates Veräußerungsgeschäft, wenn zwischen Kauf und Verkauf nicht mehr als ein Jahr liegt. Wer länger hält, verkauft steuerfrei. Das macht Belege über das Kaufdatum wertvoll. Wer seinen Einstand nicht belegen kann, hat im Zweifel ein Problem mit der Frist.

Für Leser in Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln zur Besteuerung von Edelmetallgewinnen. Sie unterscheiden sich von den deutschen. Prüfe sie für dein Land, bevor du nach einem Rekord verkaufst oder umschichtest.

Für Österreich gilt beim Preis dasselbe wie für Deutschland: Es zählt der Euro-Preis, und der hat den Dollar-Rekord früher und schwächer nachvollzogen. In der Schweiz rechnest du in Franken. Die LBMA stellt keinen Franken-Preis fest. Wer in Franken bilanziert, muss den Dollar-Preis selbst umrechnen und sieht je nach Kursentwicklung wieder ein anderes Bild.

Ein Grundsatz gilt in allen drei Ländern gleich. Wer verkauft, muss belegen können, was er wann gekauft hat. Rechnungen, Lieferscheine, Lagerbestätigungen. Nach einem Rekordjahr ist der richtige Zeitpunkt, diese Unterlagen zu ordnen.

Vier Fragen an deinen Bestand

Ein Rekordjahr ist ein guter Anlass für eine Bestandsaufnahme. Vier Fragen reichen, um zu sehen, wo du stehst.

Wo liegt dein Gold? Zu Hause, im Schließfach deiner Bank, in einem Lager in Deutschland oder außerhalb der EU. Jeder Ort hat einen anderen Zugriffsweg.

Auf wessen Namen? Auf deinen eigenen, auf den eines Familienmitglieds oder auf eine Gesellschaft. Davon hängt ab, wessen Gläubiger und wessen Behörden es erreichen können.

Welche Belege hast du? Kaufdatum, Kaufpreis, Händler. Ohne Belege lässt sich weder die Haltefrist noch die Herkunft nachweisen.

Wer kommt heran, wenn du es nicht kannst? Im Krankheitsfall oder im Erbfall braucht jemand Zugang. Ein Bestand, von dem niemand weiß oder an den niemand herankommt, schützt deine Familie nicht.

Gold als Teil einer Struktur, nicht als Ersatz dafür

Gold ist ein Sachwert. Im September haben wir beschrieben, warum Sachwerte in unsicheren Zeiten gefragt sind. Der Rekord bestätigt die Nachfrage. Er ersetzt aber keine Planung.

Ein Barren schützt dich nicht vor einer Abgabe auf deine Immobilie. Ein Münzbestand schützt dich nicht vor dem Zugriff auf dein Konto. Jede Vermögensart hat ihren eigenen Angriffspunkt und braucht ihre eigene Antwort. Auf der Seite zum Great Reset beschreiben wir, warum Menschen gerade in Zeiten wachsender staatlicher Eingriffe zu bleibenden Werten wie Gold und Silber greifen.

Für Immobilien in Deutschland gibt es eine eigene Antwort. Wir stellen sie auf der Seite zur Lastenausgleich-Lösung vor: die Wyoming LLC und die UK Stiftungs-Limited, gleichrangig. Zugunsten einer Gesellschaft außerhalb der EU werden Eintragungen im Grundbuch vorgenommen. Die Immobilie wird nicht übertragen, ein Eigentümerwechsel findet nicht statt, du bleibst Eigentümer, und alle Maßnahmen sind reversibel.

Gold, Immobilie, Konto: drei Vermögensarten, drei Zugriffswege, drei Antworten. Der Rekordpreis ist der Anlass, die Antwort für dein Gold zu prüfen. Wo es liegt, auf wessen Namen, mit welchen Belegen.

Nachtrag (Stand: 23.09.2026)

Seit dem Beitrag haben beide Notenbanken ihre Sätze geändert. Die US-Notenbank senkte ihr Zielband ab September 2024 in sechs Schritten auf 3,50 bis 3,75 Prozent im Dezember 2025 und hob es am 16. September 2026 auf 3,75 bis 4,00 Prozent an (Zinsbeschlüsse der Federal Reserve, Erklärung vom 16. September 2026). Die EZB senkte den Zins für die Einlagefazilität ab Juni 2024 in acht Schritten von 4,00 auf 2,00 Prozent und hob ihn mit Wirkung vom 17. Juni 2026 auf 2,25 Prozent und mit Wirkung vom 16. September 2026 auf 2,50 Prozent an (Übersicht der EZB-Leitzinsen, Beschluss vom 10. September 2026). Der Zins, auf den du mit Gold verzichtest, liegt damit heute auf beiden Seiten des Atlantiks niedriger als Ende 2023. Wie Edelmetalle heute in eine Vermögensaufstellung passen, beschreibt unsere Übersicht zu Edelmetallen.